Saturday, May 12, 2007

Wenn Experten reisen ...

Ich sass in einer shopping mall prunkvoll italienischen Stils, trank einen regulaeren Starbucks Capuccino, rechts von mir eine vereinigte arabisch-emiratische Familie nebst philippinischem Kindermaedchen, links ein - nur so geraten - Lehrer von der amerikanischen Schule, mit den Resultaten der letzten Mathearbeit, vor mir eine Gruppe junger Nachwuchsscheichs in ihren langen weissen Gewaendern und passend dazu schwarze Rockerbaseballcaps mit gueldenen Flammen drauf, als ich wieder einmal dachte, was fuer ein Leben, was fuer eine Welt!
In den letzten 2 Wochen betrat ich den Boden 4 verschiedener Laender (5, wenn Aserbaidschan mitzaehlt) , im Grossen und Ganzen eine Dienstreise, jedoch zugegebenermassen mit hohem Freizeitwert. Die neuen Fuehrungskraefte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit trafen sich in Georgien an der Schwarzmeerkueste und ich durfte Protokoll schreiben, nee Quatsch, ich gehoer' natuerlich dazu! Die Flugroute Kigali - Tiflis ist nun nicht gerade die frequentierteste und das hatte den etwas anstrengenden aber irgendwie auch sehr reizvollen Nebeneffekt vieler Zwischenstopps (...und verspaeteten Gepacks). Nachts fliegen hat ja zudem den Vorteil, dass man tagsueber Zeit hat, die jeweilige Umgebung zu erkunden. Schlaf?? Ehem... der ist dabei natuerlich viel zu kurz gekommen und das nicht nur an den Reisetagen.
Wo fang ich an? Ich koennte ein lustiges Laenderbilderraten veranstalten, so wie wir das in Georgien gemacht haben, 11 Jungexperten in fast ebenso vielen Laendern, da kann es schonmal zu Verwirrungen kommen. Offensichtlich sehen die Huegel Ruandas denen Equadors zum Verwechseln aehnlich, schade dass wir den Experten in seinen Ausfuehrungen zu meinem Bild (siehe uebrigens oben, der permanente Ueberschriftenhintergrund) unterbrechen mussten, er wirkte sehr ueberzeugend ('ey sorry' Bernd, aber damit haste Dich wohl nicht nur in meinem und Philips blog verewigt).
Das Georgien mein erster Ausflug in die Gefilde des ehemaligen sowjetischen Bruderlandes war, mag komisch erscheinen, is aber so. Leider auch mit zu grossem Abstand zu meinem inzwischen sehr schlaefrigen Russisch. Wobei, das eine oder andere Wort war durchaus nuetzlich, oben in Kazbegi, einem verlassen wirkenden Ort im wilden Kauskasus an der Grenze zu Tschetschenien. Den Winter ueber total abgeschnitten, mit einiger architektonischer Altlast sozialistischer Natur, auf den ersten Blick ziemlich trist aber irgendwie charmant, zumal wenn die Sonne erstmal durchkommt.

arriving in Kazbegi, a small town surrounded by the impressing Caucasian Mountains on the old Georgian Military Road, the shortest but hardest route through the Caucasus







up the old monastery Zminda Sameba on 2100m









Szenenwechsel, Schwarzmeerkueste, Batumi, unser "Tagungsort", mitten in der autonomen Region Adscharien. Leider war es dort die meiste Zeit verregnet und wir haben wenig von der Stadt gesehen. Mediterranes Flair mischt sich hier mit norwegischem Fjordgefuehl und die noch schlummernde Strandpromenade verspricht einiges an Sommerriesenrad- und Zuckerwattenspass. Georgien lebte frueher vom Tourismus nur leider liegen seine Hauptattraktionen heute in den abtruennigen Regionen Suedossetien und vor allem weiter noerdlich an der Schwarzmeekueste in Abchasien.


on the shores of the Black Sea near the Turkish Border lies Batumi where our group of young GTZ experts stayed for almost a week to exchange our experiences so far. Why Georgia, you ask...?






Ein weiteres Zeugnis fuer das breite landschaftliche Spektrum Georgiens und erster Hoehepunkt unserer Reise war die Fahrt durch weite karge Steppenlandschaft zu einem Hoehlenkloster suedoestlich von Tbilisi. Dies ist uebrigens auch eines der Hauptanbaugebiete fuer den georgischen Wein, leider das einzig enttaeuschende Element, boh war der sauer...eh, trocken.

the cave monastery of Dawit-Garedscha near the border to Azerbaidjan, fantastic views and a bloody history. And after a short stroll around the premises I can only say: necessity of good hiking equipment? Totally overrated, boots with 2cm heels do just fine for some minor rock climbing! Thanks to Turkish Airways for that!






Tbilisi selbst ist eine aufstrebende, auf den ersten Blick modern wirkende Stadt. Alles blinkt ganz schoen bei Nacht, die Prachtstrasse aufgehuebscht, kommt man jedoch eins, zwei Ecken von der Hauptstrasse ab, ist man sofort umgeben von Ruinen. Die Stadt hat unheimlich viel Altbaubestand im Zentrum, wundervoll verzierte Balkone - auch hier wieder ein etwas maroderaber angenehmer Charme - aber auch ein cooles, kleines Szeneviertel mit Cafés und Kneipen, wie sie in faster jeder anderen Haupstadt zu finden sind. Hervorzuheben weiterhin die hiesigen Schwefelbaeder samt Ganzkoerperpeeling mit Klaps auf den Po gratis (davon hab ich leider kein Foto ;).

view from the old fortress of Narikala down on the city and the river Mtkwari. Far in the back you can see the snow topped mountains.









downtown Tbilisi where we had more than one beer or coffee, maybe it doesn't show too well, but the building in the back is half a ruin which clashes a bit with the nicely renovated surrounding - quite a typical image in Tbilisi







Wieder Szenenwechsel: Istanbul. Es gibt ja Staedte, von denen hat man schon so viel gehoert und gesehen, da kann das Original irgendwie nicht mithalten. So ging es mir mit Istanbul, das Tor zum Orient, zwischen Europa und Asien... Das Wetter war herrlich, die Moscheen glaenzten im Sonnenlicht, das Wasser war kristallblau und die tuerkischen Fahnen flatterten im Wind unter klarstem Himmel. Und dennoch, vielleicht war es nicht geheimnisvoll genug, vielleicht waren auch einfach nur zu viele Touristen da...und die Doenerbuden sahen aus, wie die in Berlin.

view over the roofs of Istanbul














Nicht, dass der erste Eindruck so sehr getaeuscht haette, aber auf dem Rueckweg hab ich noch ein paar andere Viertel entdeckt, die mich wieder etwas versoehnt haben. Galatasaray, mit vielen kleinen Gaesschen, unzaehligen Restaurants und Teestuben und der (wirklich) asiatische Teil, erreicht per Boot ueber den Bosporus.

Zu guter letzt zurueck nach Dubai, hmm, auch wieder so eine Mischung, diesmal aus Tucson, Arizona - nur etwas pompoeser - und Indien. Hab lange nicht so viele Inder auf einem Haufen gesehen und nicht mehr so lecker indisch gegessen. Ansonsten eher enttaeuschend, obwohl, eigentlich hatte ich gar keine Erwartungen, eigentlich wollte ich es mir nur mal ansehen und dafuer waren 2 Tage sehr wohl ausreichend. Nicht ganz widerstehen konnte ich einer Wuestentour, natuerlich nicht ohne dies zu bereuen, der totale Touristenzauber. Aber dennoch, ein kuehles Fosters unter dem Wuestenhimmel, auch wenn es nur etwa 5 Minuten vom Highway entfernt war, das war schon schoen, die Hennamalerei auf der Hand jedoch verblasst schon wieder, na ja, war ja auch umsonst...

'Camel light' outside Dubai in the desert: up the camel once around and down again, and by the way, if I had to choose between the camel and walking through the desert I am not sure if the camel would make the race...

1 comment:

Anonymous said...

Hi Baba,

I'm very much enjoying the photos...the text is mostly in German which prevents me from understanding it...It looks beautiful though...

Much Love

Laura